Warum die Maus?

Mäuse werden besonders gern in der Forschung eingesetzt, weil sie zum einen leicht zu halten sind und sich schnell vermehren und zum anderen da 95 % ihrer Gene in ähnlicher Form im Menschen vorhanden sind. So kommt es auch, dass gleiche Krankheiten in beiden Organismen auftreten können, vorallem genetische Erkrankungen wie Krebs

70kg schwere Maus?

Oft werden Tierversuche begründet, durch die Aussage, dass man es als Vorsichtsmaßnahme für den Menschen durchführen müsste, um kein Menschenleben zu gefährden.Doch die Übertragung von Reaktionen am Körper eines Tieres wie einer Maus auf den eines Menschen führt schwerwiegende Risiken mit sich.

Auch wenn die Gene von Menschen mit vielen Säugetieren größtenteils übereinstimmen, unterscheiden sie sich doch enorm in ihrer Anatomie, Physiologie und in ihrem Stoffwechsel. Darum kann man Wirkungen in Körpern verschiedener Arten nicht automatisch übertragen.

Genetik

Maus & Mensch

Die Ähnlichkeit der Genetik beruht auf einem gemeinsamen Vorfahren vor rund 65–75 Millionen Jahren. 
Mensch und Maus besitzen jeweils bis zu 23 Tausend Proteincodierende Gene, viele davon sogenannte Orthologe, also Gene, die wie gesagt auf denselben Vorfahren zurückgehen.

Es herrscht eine 1 zu 1 Beziehung zwischen vorhandenen Genen im Körper des Menschen und der Maus, bei ca.80% aller Gene, also entspricht genau ein Gen einer Maus einem Gen beim Menschen.

Diese gemeinsamen Gene sind verantwortlich für zentrale Vorgänge wie dem Stoffwechsel, der Zytokinese (Zellteilung) und der Organentwicklung. 

Die übrigenen Gene die man nur bei der Maus vorfindet betragen ca. 1% und hängen oft mit Artspezifischen Eigenschaften, wie z.B dem stärkeren Geruchssinn oder speziellen Immunreaktionen zusammen.

Bei sogenannenten ,,Knock-out-Mäusen'' wird ein bestimmtes Gen im Erbgut geschnitten und somit dessen Funktion unfunktionsfähig gemacht. Der Gesundheitszustand der Maus, wie möglich auftretenden Herzprobleme werden protokolliert sowie beobachtet und anschließend Rückschlüsse gezogen auf das ausgeschaltete Gen.

Beim Menschen kann man daraus schließen welches Gen solch eine Reaktion/Erkrankung versucht und mögliche Behandlungsmethoden anhand der Mäuse austesten und ggf. bei Erfolg am Menschen durchführen kann. 

 

Die Genetik der Maus und des Menschen (Bild mit KI generiert)

Stoffwechsel

Der Stoffwechsel der Maus funktioniert ähnlich wie der des Menschen, läuft aber deutlich schneller ab. Über die Nahrung nimmt die Maus wichtige Nährstoffe und Energie auf. Diese werden im Körper verarbeitet und zu den Zellen transportiert. Dort dienen sie als Energiequelle für Bewegung, Wachstum und die Arbeit der Organe.

Da Mäuse sehr klein sind, besitzen sie im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen eine große Körperoberfläche. Dadurch verlieren sie schneller Wärme an ihre Umgebung und kühlen schneller aus. Um ihre Körpertemperatur trotzdem konstant zu halten, muss der Körper ständig neue Energie erzeugen. Deshalb hat die Maus einen besonders schnellen Stoffwechsel und einen höheren Energieverbrauch. Aus diesem Grund müssen Mäuse häufiger essen und atmen schneller als Menschen.

                                                                                                          Der Stoffwechsel von der Maus (Bild mit KI generiert)

                                                                                                                   Der Stoffwechsel von dem Menschen  (Bild mit KI generiert)

Physiologie 

Maus & Mensch

Die Physiologie von Maus und Mensch weist viele Gemeinsamkeiten, aber auch wichtige Unterschiede auf. Beide besitzen ähnliche Organe und viele gemeinsame Gene, trotzdem arbeiten ihre Körper unterschiedlich. Zum Beispiel haben Mäuse eine deutlich höhere Herzfrequenz und reagieren oft anders auf Medikamente oder Krankheiten. Diese Unterschiede sind wichtig, da Ergebnisse aus Tierversuchen nicht immer direkt auf den Menschen übertragen werden können.